Bayernliebe

1. Mai 2012

Um den letz­ten Tag unse­res spon­ta­nen Kurz­trips nach zu nut­zen, ver­brin­gen wir den Vor­mit­tag in der Part­nach­klamm. Die Part­nach win­det sich hier durch eine spek­ta­ku­läre Schlucht, deren Fels­wände bis zur 80m steil auf­ra­gen. Der Weg unten an der Schlucht ent­lang ver­langt zwar Ein­tritt, aber beim wei­te­ren Gehen wird einem auch klar wieso.

Part­nach­klamm

Die Part­nach schießt mit atem­be­rau­ben­der Geschwin­dig­keit durch die Klamm

Müh­sam wur­den hier Wege, Stie­gen und Tun­nel in den Fels gehauen um diese fan­tas­ti­schen Ein­drü­cke zu gewäh­ren. Neben der Begeis­te­rung für diese Schlucht durch­zuckt mich die ganze Zeit der Gedanke wie abge­fah­ren es wäre die rasende Part­nach durch die engen Klip­pen hin­durch mit einem Raf­ting­boot zu befah­ren. Okay, ver­mut­lich ver­dammt gefähr­lich, aber in mei­ner Fan­ta­sie rockt die Sache. Für heute bleibt es bei der Vorstellung.

Fel­stun­nel in der Partnachklamm

Ausgang der Schlucht

Aus­gang der Schlucht

Über den Gras­s­eck und des­sen som­mer­lich mit Wild­blu­men über­sä­ten Alm­wie­sen gelangt man zurück zum Aus­gangs­punkt der klei­nen Wan­de­rung. Wenn mehr Zeit vor­han­den sein sollte, gehen von der Part­nach­klamm auch noch wei­tere inter­es­sant klin­gende Wan­der­wege ab. Im Garmisch-Partenkirchen wer­den Wan­der­freunde nicht so schnell müde.

Auf dem Grasseck

Lei­der ist es für uns schon an der Zeit das neu ent­deckte Para­dies hin­ter uns zu las­sen und einen Apfel­stru­del spä­ter  befin­den wir uns wie­der auf dem lan­gen Auto­bahn­weg Rich­tung Nor­den. Wäh­rend uns zu Beginn noch baye­ri­sche Radio­sen­der beglei­ten wer­den die schnee­be­deck­ten Berge im Rück­spie­gel immer klei­ner sowie die Hügel immer fla­cher bis wir wie­der im Flach­land ange­langt sind.

Bezwingung des Wanks

30. April 2012

Wir zel­ten am Fuße der Zug­spitze, die wirk­lich einen impo­san­ten Ein­druck macht. Mit ihren bei­nahe 3.000 Metern kratzt sie am wol­ken­freien Him­mel, die Wol­ken schei­nen sich inform wei­ßen Schnees auf dem Berg nie­der­ge­las­sen zu haben.

Neben Wan­de­rern genie­ßen auch Rad­fah­rer die schöne, aber anstren­gende Tour

Wir nut­zen den Tag für eine grö­ßere Wan­de­rung. In knapp sie­ben Stun­den kann man 1197m über die Ester­ber­galm hin­auf den Wank lau­fen und um diese Jah­res­zeit ist das wirk­lich aben­teu­er­lich. Schnee­fet­zen am Weges­rand ver­wan­deln sich im Laufe der Höhe in aus­ge­dehnte Schnee­fel­der, Tau­was­ser ergießt sich in Strö­men die Wege hinunter.

Bezau­bernd glit­zernde Wild­bä­che im Alpenvorland

Ver­rückt kommt es uns vor in Shorts und T-Shirt durch Schnee zu stap­fen. Trotz sei­ner Anstren­gun­gen oder viel­leicht gerade wegen ist die­ser Weg wun­der­schön. Saf­tige Alm­wie­sen, gelb-blau-rote Blü­ten­tup­fen, Schäf­chen­wol­ken und schnee­weiße Berge. Garmisch-Partenkirchen win­zig klein zu unse­ren Füßen. Rei­ßende Wild­bä­che laden zum Erfri­schen ein, die Sonne ver­brennt gna­den­los unsere schon durch Mün­chen geschun­dene Haut.

Wan­dern im Früh­jahr ver­langt einem eini­ges ab wie das Stap­fen durch Schnee­fel­der. Fes­tes knö­chel­ho­hes Schuh­werk ist hier von Vorteil.

An man­chen Stel­len glei­tet Tau­was­ser über bemooste Fel­sen, die sich wun­der­bar glatt-samtig unter den Fin­gern im küh­len Nass anfüh­len. Im Nach­hin­ein betrach­tet kann man das erste Stück bis zur Alm als recht ein­fach bezeich­nen. Immer wie­der gibt es Bänke mit herr­li­cher Aus­sicht auf das Berg­land und auf der Alm gön­nen wir uns eine Brotzeit.

Blick ins Wettersteingebirge

Die letz­ten 500m auf den Wank haben es jedoch in sich. Im schma­len Zick-Zack-Pfad, der oft unter der Schnee­de­cke kaum aus­zu­ma­chen ist, geht es über den Grat des Amei­sen­bergs,  auf den auf 1780m lie­gen­den Wank­gip­fel. Die vor­han­de­nen Fuß­spu­ren im Schnee erwei­sen sich als gute Ori­en­tie­rungs­hilfe und hier oben weiß man wie­der warum man wan­dert, alle Stra­pa­zen auf sich nimmt. Ein gigan­ti­sches Alpen­pan­orama mit Ammer­ge­birge, Wet­terst­ein­ge­birge, Zug­spitze und weit ins Alpen­vor­land türmt sich vor einem auf und man kommt nicht umhin glück­lich zu sein.

Aus­blick vom Wank (1780 m)

Der Abstieg erfolgt steil und ver­gleichs­weise schnell bis zum Park­platz der Wank­bahn, die einem auf leich­te­ren Weg nach oben beför­dert, ganz sicher aber nicht erleb­nis­rei­cher. Müde und erschöpft, son­nen­ver­brannt und mit Bla­sen an den Füßen genie­ßen wir unser umso bes­ser schme­cken­des Abend­es­sen und Ster­nen­him­mel mit Zugspitze.

See nahe der Esterbergalm

Meine Welt sind die Berge

29. April 2012

Isa­ru­fer in München-Thalkirchen

Den Tag begin­nen wir indem wir dem Ver­lauf der Isar gen Süden fol­gen. Zahl­rei­che Sei­ten­arme und Kanäle erschaf­fen hier viel Platz zum Ent­span­nen zwi­schen Löwen­zahn und Gän­se­blüm­chen. Das Schöne an der Isar ist ihre Natur­be­las­sen­heit. Steine und Kies­sand­bänke, die ins Was­ser ragen und es leicht machen sich Grill-Abende mit Freun­den vorzustellen.

Ori­gi­nal Isarstein

Eigent­lich trinke ich auch kaum Bier. Aber man muss sagen, dass Städte wie Ham­burg und Ber­lin auch kaum dazu ein­la­den. Bier­gär­ten und Atmo­sphäre in Bay­ern machen ein­fach Lust dar­auf und plötz­lich fühlt es sich ganz natür­lich an.

In Bay­erns Bier­gär­ten lässt sich son­nen­reich Bier genießen

Danach schlen­dern wir noch durch das Glo­cken­bach­vier­tel und ent­de­cken einen wei­te­ren fan­tas­ti­schen Eis­ver­käu­fer namens Jes­sas bevor wir uns Rich­tung der atem­be­rau­ben­den Berg­pan­ora­men auf­ma­chen. Nach einer Weile auf der Auto­bahn Rich­tung Süden (wo wir Anhalter-Rallyeteilnehmern auf dem Weg von Bress­lau nach Rom begeg­nen) tun sich schon bald unge­ahnte Anbli­cke auf. Wie weiße graue Wände tau­chen die hohen Berge plötz­lich hin­ter den Baum­wip­feln auf und hin­ter­las­sen offene Mün­der. Der Anblick macht mich sehr glücklich.

Deutsch­lands höchste Berge tür­men sich vor uns auf

Endlich München

28. April 2012
In Anbe­tracht der hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren, von denen man in Ham­burg nur träu­men kann, haben wir spon­tan beschlos­sen uns auf die Fahrt gen Süden zu bege­ben. Eine gute Wahl, wie sich her­aus­stel­len sollte.

Auf dem Vik­tua­li­en­markt gibt es reich­lich Köst­lich­kei­ten zu erwerben

Den Tag in Mün­chen beginnt man am bes­ten mit einem Früh­stück im Café Risch­art am Vik­tua­li­en­markt – die Sonne auf der Haut, das Bunte Trei­ben im Blick. Gut gestärkt machen wir uns auf zur Free-Tour, die ich nun bereits in vier wei­te­ren euro­päi­schen Städ­ten erlebt habe. Ich muss sagen, dass die Mün­che­ner Tour zu einer der bes­ten gehörte. Unsere Stadt­füh­re­rin Vir­gi­nia ver­steht es mit Humor und Fach­kennt­nis glei­cher­ma­ßen zu unter­hal­ten und zu infor­mie­ren. Vir­gi­nia ist eine gebür­tige Deut­sche, die schon im Kin­des­al­ter mit ihrer Fami­lie nach Flo­rida aus­ge­wan­dert ist und das merkt man ihrer Men­ta­li­tät an.

Süd­deutsch­land ver­bucht spür­bar die meis­ten Son­nen­stun­den im Jahr

Über High-Five und lus­ti­gen Anek­do­ten hin­aus sehen wir die gän­gi­gen Attrak­tio­nen Mün­chens wie den Vik­tua­li­en­markt mit Mün­che­ner Bier­gar­ten (wohl­be­merkt der ein­zige, der alle sechs baye­ri­schen Bier­sor­ten ver­kau­fen darf), Frau­en­kir­che und Odeonsplatz.

Mari­en­platz mit Rathaus

Von hier aus schlen­dern wir durch den Hof­gar­ten der Resi­denz mit sei­nen gepfleg­ten Grün­an­la­gen und Alleen, schi­cken Cafés auf dem Platz und ein genia­les Eis bei Bell­abeni spä­ter  – hier gibt’s unge­wöhn­li­che und inter­es­sante Krea­tio­nen wie Milch-Minze und Schoko-Ingwer, dazu eine Sorte zum Pro­bie­ren – lan­den wir im Eng­li­schen Garten.

Hof­gar­ten

Der Eng­li­sche Gar­ten ist einer der größ­ten Park Euro­pas, grö­ßer als der Hyde Park in Lon­don und dem Cen­tral Park in New York und hier ist es wo ich mich in diese Stadt ver­liebe. Zuge­ge­ben: Unvor­ein­ge­nom­men bin ich nicht, ist es denn bereits mein drit­ter Besuch der Stadt und mich reizt alleine schon ber­gige Umland, aber wahr­haf­tig ver­liebe ich mich genau hier. Ich fühle mich bis­wei­len wie im Traum, auch wenn das kit­schig anmu­ten mag. Der Eis­bach der sich durch den Park schlän­gelt, Wel­len für Sur­fer und einen Was­ser­fall ent­ste­hen lässt, zieht mich in sei­nen Bann wie es einst schon Christ­church in Neu­see­land vermochte.

Der Eis­bach schlän­gelt sich durch den Eng­li­schen Garten

Es über­rascht mich, dass ich solch ein Gefühl in Deutsch­land habe und diese Über­ra­schung tut wohl ihr Übri­ges. Stun­den­lang könnte ich den Sur­fern auf der Eis­bach­welle zuse­hen, die Som­mer­sonne genie­ßen und eine Ahnung von einem Leben bekom­men wie es sein könnte. Abends im Park oder an der Isar sit­zen, Sur­fer beob­ach­ten und viel­leicht sogar unter ihnen sein, gute Gesprä­che bei gutem Bier genießen.

Sur­fer war­ten auf ihren Platz auf der Welle. Das Was­ser rast durch die enge Brü­cken­stelle und erzeugt mit­hilfe von Bret­tern und Beton­kan­ten eine reit­bare Welle

Sur­fer auf der Eisbachwelle

Der Gedanke macht ganz schön glück­lich und ich spüre dass ich ein­fach hier her gehöre, ein­fach hier­her muss. Der Tag klingt in mei­nem Lieb­lings­re­stau­rant vom Okto­ber 2011 „Wei­ßes Bräu­haus“ mit herz­haf­tem Essen und Bier aus um dann lachend an der Isar nach Hause respek­tive Zelt­platz zu schwanken.

Süddeutsche Bergwelt

14. Oktober 2011

Zwei Tage Mün­chen im Deut­schen Museum (sehr emp­feh­lens­wert), in der Bava­ria Film­stadt, mit herz­haf­tem Essen und gut gebrau­tem Wei­zen und ein im Hos­tel ver­ges­se­nes Hand­tuch spä­ter, fah­ren wir in den Natio­nal­park Berch­tes­ga­den, der so viel ver­spricht wie ein Wan­der­pa­ra­dies zu sein.

Fuchur lässt sich gern hin­ter den Ohren kraulen

Herz­haf­tes Essen und gutes Bier gibt es im “Wei­ßen Bräuhaus”

Die Sonne scheint und lockt uns in die Berge rund um den König­see, unweit von Berch­tes­ga­den ent­fernt, wo wir unser Zelt für die nächs­ten Tage auf­schla­gen. Wun­der­schöne Aus­bli­cke auf den fjordar­ti­gen See eröff­nen die Aus­sichts­punkte in den Fel­sen rings­herum. Um den See selbst kann man nicht wan­dern, zu ande­ren Stel­len am See kommt man über­wie­gend nur vom Was­ser aus – wie auch zur Halb­in­sel mit der Wall­fahrts­kir­che St. Bar­tho­lomä. Dort­hin ver­schlägt es uns nicht, statt­des­sen lau­fen wir den klei­nen Rund­weg „Maler­win­kel“ bis zur Raben­wand, der als einer der schöns­ten Aus­sichts­punkte auf den See beschrie­ben wird. Auf den Wan­der­we­gen fin­det man über­all kleine Boxen, in denen man sei­nen „Wan­der­pass“ stem­peln kann, sofern man einen hat.

Der König­see

Rund um den König­see ragen steile Fels­wände empor, der Watz­mann liegt in unse­rem Blick­feld. Wie aus­ge­stor­ben wirkt das Örtchen Schö­nau am König­see nach dem Ver­schwin­den der Tages-Touristenmassen.

Bestimmt einer der schöns­ten Cam­ping­plätze Deutschlands

Am nächs­ten Tag lacht uns die Sonne immer noch an, wes­we­gen es schwer­fällt sich von sei­nem Iso­mat­ten­plätz­chen auf dem lau­schi­gen Zelt­platz mit Blick auf die Berge und den strö­men­den Glet­scher­fluss zu lösen. Da Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten nur in Berch­tes­ga­den beste­hen, erle­di­gen wir das Anle­gen von Essens­vor­rä­ten gleich zuerst um mit dem Bus hin– und zurück­zu­kom­men bevor die­ser mög­li­cher­weise Betriebs­schluss hat. Erst danach bre­chen wir zu unse­rer Wan­de­rung zur Königs­ba­ch­alm auf. Das Wet­ter ver­schlech­tert sich etwas, die Sonne ver­schwin­det hin­ter Wol­ken, wes­halb die Sicht begrenzt ist und den See von oben nicht preis­gibt. Ein stei­ler Anstieg führt durch den Wald nach oben auf die Alm. Wir lau­fen wei­ter bis zur Mit­tel­sta­tion der Jen­ner­bahn mit der man sich auf den Gip­fel des Jen­ners trans­por­tie­ren las­sen kann. Hier keh­ren wir in eine Alm­hütte ein, genie­ßen die Kamin­wärme und süßen Apfel­stru­del. Hier oben kann man auch über­nach­ten – eine Vor­stel­lung, die uns bei­den gefällt und in mir schlum­mernde Heidi-Träume wiedererweckt.

Blick auf die Königs­ba­ch­alm und den Watzmann

Es dun­kelt bereits als wir uns an den Abstieg ins Tal machen, das Tap­pen durch die düs­ter wer­den­den Wäl­der ist nicht das ein­fachste Vor­ha­ben, aber wir schaf­fen es ohne dass Hin­tern und Erd­bo­den mit­ein­an­der Bekannt­schaft schließen.

Einen Tag spä­ter reg­net es und wir nut­zen den Tag um das Salz­berg­werk Berch­tes­ga­den zu besu­chen. Die­ses hat zwar mäch­tig Poten­tial beein­dru­ckend zu sein, die Qua­li­tät der Füh­rung ist jedoch unge­nü­gend durch Zeit­man­gel und Infor­ma­ti­ons­knapp­heit. Die Größe der Grup­pen trägt eben­falls nicht zu Erfolg bei, da man nicht alles sehen kann was infor­ma­tiv wäre. Die Umge­bung, die Gewölbe der Minen­schächte und das auf­wen­dig insze­nierte Multimedia-Angebot, die Erleb­nisse in Form einen lan­gen Minen­rut­sche kön­nen sich kaum ent­fal­ten durch die gehetzte Füh­rung. Sehr schade.

Der Spie­gel­see im Salz­berg­werk Berchtesgaden

Wir besu­chen danach den his­to­ri­schen Orts­kern Berch­tes­ga­dens, sehen dabei den wohl kleins­ten Edeka-Markt Deutsch­lands und essen einen wei­te­ren Apfel­stru­del im Café am Markt­platz. Die Gebirgs­stadt ist wirk­lich sehr hübsch, an dem Umstand kön­nen auch die tief­hän­gen­den grauen Wol­ken nichts ändern. Die his­to­ri­schen Gebäude, Kir­chen und die wehen­den Bayern-Flaggen ver­mit­teln ein sehr gebirgs­ty­pi­sches und hei­me­li­ges Gefühl. Die Tat­sa­che, dass an jeder Ecke ein Apfel­stru­del lockt, trägt zuge­ge­be­ner­ma­ßen auch ein klein wenig dazu bei.

Der wohl kleinste Edeka befin­det sich in Berch­tes­ga­den. Innen ist es noch enger als es von außen aussieht.

Berch­tes­ga­de­ner Altstadt

Berch­tes­ga­den ist so weit von Ham­burg ent­fernt wie es nur sein kann und den­noch die lange Reise wert. Mit den Regio­nal­bah­nen der Deut­schen Bahn hat man auf der Reise hier­her eine gute Deutsch­land­tour mit teil­weise hüb­schen Bahn­stre­cken hin­ter sich. Die Wan­der­mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig, sogar der Watz­mann selbst ist in einer 2-Tagestour erklimm­bar. Die Aus­bli­cke auf die Berg­welt sind es jedoch alleine schon wert. Außer­dem habe ich auf die­ser Reise gelernt wie man sich ohne Hand­tuch abtrock­nen kann, aber das ist eine andere Geschichte ;)

Kurz vor Sonnenaufgang

Kurz vor Sonnenaufgang

Die Tafelberge des Elbsandsteingebirges

2. Oktober 2011

Der Pfaf­fen­stein und der Lili­en­stein sind die mar­kan­tes­ten Berge in der Säch­si­schen Schweiz. Beide Tafel­berge ste­hen sich gegen­über, getrennt durch das blau-grüne Band der Elbe. Tafel­berge sind steile Berge mit einem wei­ten Gip­fel­pla­teau, die durch flach­la­gern­des Sedi­ment­ge­stein entstehen.

Aus­blick vom Pfaf­fen­stein, den Lili­en­stein im Blick

Auf den Pfaf­fen­stein gelangt man über mehere Wege, jedoch ist der steile Trep­pen­auf­stieg, das “Nadel­öhr” genannt, der auf­re­genste. 600 Stu­fen füh­ren den Berg hin­auf wäh­rend an man­chen Stel­len keine zwei Per­so­nen neben­ein­an­der pas­sen. Teil­weise ist der Weg mit Eisen­lei­tern zu erklim­men und auch hier durch­klet­tert man die mär­chen­hafte Land­schaft der schrof­fen und zer­klüf­te­ten Sandsteinfelsen.

Blick auf die Fes­tung Königstein

Oben befin­det sich ein Gast­haus mit Aus­sichts­turm und meh­rere Aus­sichts­punkte mit Blick auf die Fes­tung König­stein, der größ­ten Berg­fes­tung Euro­pas, den Lili­en­stein, land­wirt­schaft­li­che Flä­chen und die Fel­sen der Säch­si­schen Schweiz. Auch hier gibt es Trep­pen und Lei­tern, die einen schwin­del­er­re­gende Aus­bli­cke ermöglichen.

Zer­klüf­tete Fel­sen auf dem Pfaffenstein

Der steile Auf­stieg am “Nadelöhr”

Der Lili­en­stein ist ein wenig ein­sa­mer und uri­ger, der Auf­stieg leich­ter. Vom Lili­en­stein aus über­blickt zu den Fel­sen der Säch­si­schen Schweiz auch das Elb­tal. Ver­schie­dene Aus­sichts­punkte rund um das Gip­fel­pla­teau ermög­li­chen einen 360° Rundumblick.

Aus­blick vom Lilienstein

Ciao Sardegna!

23. August 2011

Sar­di­ni­ens Land­schaft ist geprägt von kris­tall­kla­rem tür­ki­sen Was­ser, fan­tas­ti­schen Küs­ten­an­sich­ten, Fels­for­ma­tio­nen, schrof­fen Gip­fel, tie­fen Täler, mär­chen­haf­ten Höh­len und duf­ten­den Sträu­chern. Die kur­vi­gen Stra­ßen Sar­di­ni­ens sind ebenso zeit­rau­bend wie herr­li­che Aus­bli­cke eröff­nend und ich werde das Flip-Flop-Flip-Flop-Geräusch des Mor­gens an unse­rem Zelt vor­bei ver­mis­sen. Wir hat­ten volle sie­ben Tage Son­nen­schein und blauen Him­mel bei mal mehr mal weni­ger anstren­gen­den durch­schnitt­li­chen 34°C tags­über. Im Hoch­sai­son­mo­nat August hat man lei­der nicht viel Ruhe und Ein­sam­keit an den Strän­den, für grö­ßere Wan­der­tou­ren ist es zu heiß. Es emp­fiehlt sich also Sar­di­nien im Früh­ling oder Herbst zu besu­chen, auch wenn das Wet­ter dann unbe­re­chen­ba­rer ist. Das Inse­lin­nere ist immer­noch sehr abge­schie­den, denn die Haupt­at­trak­tion sind die Küs­ten und vor allem die Ita­lie­ner vom Fest­land über­flu­ten die Insel im Sommer.

Buch­ten Sar­di­ni­ens aus der Luft betrachtet

Am letz­ten Tag las­sen wir uns Zeit, schla­fen solange es die Hitze zulässt und packen in Ruhe ein. In einem kli­ma­ti­sier­ten Shop­ping­cen­ter essen wir das letzte Gelato und eine Pizza bevor wir die Flug­reise mit spek­ta­ku­lä­ren Aus­bli­cken auf Sar­di­nien, Kor­sika und die Alpen antreten.

Seglers Traum — Das Maddalena Archipel

22. August 2011

Mor­gens fah­ren wir in das Örtchen Palau von wo aus man Aus­flüge in das Madda­lena Archi­pel unter­neh­men kann. Es besteht aus sie­ben Haupt­in­seln und 40 klei­nen Inseln. Die gro­ßen Inseln sind die höchs­ten Erhe­bun­gen eines inzwi­schen unter Was­ser gele­ge­nen Tals, das frü­her Sar­di­nien und Kor­sika mit­ein­an­der ver­band. Der Wind hat dazu beige­tra­gen das Gra­nit­ge­stein in skur­rile Fels­skulp­tu­ren zu ver­wan­deln, die heute das Archi­pel überziehen.

Luft­auf­nahme des Madda­lena Archipels

Wir neh­men an einer Boots­tour durchs Archi­pel teil, die uns zu den grö­ße­ren Inseln führt — vor­bei an der größ­ten Insel La Madda­lena bis zur Isola Spargi, wo kleine Buch­ten mit atem­be­rau­bend blauem Was­ser zu fin­den sind.

Isola Spargi

Zahl­rei­che Boote vor der Isola Spargi

Hier gibt es einen Badestopp, ebenso wie an der Isola Santa Maria. Da lei­der meh­rere Boote hier­her unter­wegs sind, sind die Strände recht voll und lee­ren sich dann wenn die Boote etwa zeit­gleich wie­der able­gen. Die Infor­ma­tio­nen wer­den auf dem Boot nur auf ita­lie­nisch durch­ge­ge­ben wes­halb ich lei­der nicht viel mehr Inter­es­san­tes wie­der­ge­ben kann.

Das Madda­lena Archi­pel — Isola Spargi

Der letzte Badestopp fin­det am Porto della Madonna statt — ein Gewäs­ser zwi­schen den drei mit­tel­gro­ßen Inseln un das Was­ser lässt bis tief auf den Grund bli­cken. Viele Yach­ten und Segel­boote lie­gen hier vor Anker.

Gewäs­ser des Porto della Madonna

Es muss herr­lich sein die zahl­rei­chen Inseln, Fels­for­ma­tio­nen, Höh­len und tat­säch­lich ein­sa­men Buch­ten mit dem eige­nen Segel­boot zu erkun­den, den Maes­trale kreu­zend. Solch eine Boots­tour ist emp­feh­lens­wert mit klei­ne­ren Boo­ten wie einem Segel­boot oder einem moto­ro­sier­ten Schlauch­boot zu unter­neh­men um den Mas­sen zu ent­ge­hen — vor­auss­ge­setzt das nötige Klein­geld dafür ist vor­han­den.
Abends nut­zen wir den Zelt­platz bei Palau, der direkt am Meer liegt, in dem wir noch­mal baden. Unsere deut­schen Zelt­nach­barn schen­ken uns ita­lie­ni­schen Wein für unse­ren Son­nen­schirm. Der Ster­nen­him­mel und das nächt­li­che Palau leuch­tet über das Meer hin­weg, sanf­ter Wind streicht über unsere Haut — ein schö­ner Aus­klang des Sommerurlaubs.

Märchenhöhlen

21. August 2011

Mor­gens hüp­fen wir ins kühle Nass der Buch­ten an der West­küste. Es ist so unge­wohnt den Mee­res­grund bis ins Detail zu sehen, die Füße auf dem Sand und das sich bre­chende Son­nen­licht auf dem Grund. Die Strände hier sind weit­läu­fi­ger und am Mor­gen ist es auch noch recht ruhig. Trotz unge­teer­ter Sand­stra­ßen hier­her in den recht uner­schlos­se­nen Teil der Costa Verde, die natur­be­las­sen daher kommt, füllt sich der Strand und Park­platz schnell gegen Mit­tag. Durch die geringe Ver­schlos­sen­heit kommt uns die bedroh­li­che Nähe der Tan­kna­del am unte­ren Rand nicht gele­gen. Nach Hof­fen und Ban­gen gelan­gen wir nach einer gefühl­ten Ewig­keit end­lich an eine Tank­stelle deren Selbst­be­die­nungs­sys­tem nicht sofort zu durch­schauen ist. Freund­li­che Sar­den hel­fen uns aber weiter.

Spiag­gia di Piscinas

Durch die Stadt Bosa mit ihrer Pal­men­pro­me­nade am Fluss sowie die mit­tel­al­ter­li­che Stadt Alg­hero fah­ren wir auf dem Weg  nach Nor­den durch bis zum Capo Cac­cia, einem spek­ta­ku­lä­ren Kap hoch über dem Meer, das hier so blau erscheint wie sel­ten gese­hen. Weiße Klip­pen ragen senk­recht aus dem Was­ser empor und bil­den eine spek­ta­ku­läre Küstenlandschaft.

Capo Cac­cia

Blau, Blauer, Meer­was­ser auf Sardinien

Eine Treppe führt hier 656 Stu­fen hin­un­ter zum Meer und der Grotta di Net­tuno, einer mär­chen­haf­ten Hhle mit dich­ten Wäl­dern aus Sta­lak­ti­ten und Stalagmiten.

Von oben hat man wun­der­bare Pan­ora­ma­aus­bli­cke auf die umge­ben­den Buch­ten, Yach­ten und die windum­toste Insel Isola Fora­dada. Im Ver­gleich zu den drau­ßen herr­schen­den Tem­pe­ra­tu­ren von 40°C ist es hier unten trotz hoher Luft­feuch­tig­keit mit 18–20°C sehr ange­nehm. Danach fah­ren wir an der Nord­küste ent­lang, erle­ben einen spek­ta­ku­lä­ren Son­nen­un­ter­gang und spa­zie­ren am Strand von Bade­see ent­lang. Es geht noch bis Santa Teresa di Gall­ura, wo wir für diese Nacht unser Zelt aufschlagen.

Cagliari

20. August 2011

Kak­te­en­früchte

Des Mor­gens baden wir in dem blauen Was­ser des Spiag­gia Torre della Saline. Der Strand hier ist weit­läu­fi­ger als jene im Nor­den und nicht weni­ger schön.

Küs­ten­land­schaft

Die Küs­ten­straße ver­läuft an wei­te­ren wun­der­ba­ren wei­ßen Strän­den, die alle­samt Lust auf Baden machen. Auch wun­der­bare Aus­sich­ten von den Klip­pen beglei­ten uns stets.

Aus­bli­cke, Aus­bli­cke, Ausblicke

Wir besu­chen das Capo Fer­rato und des­sen Strände und fah­ren dann in Sar­di­ni­ens Haupt­stadt Cagliari. Auf dem Weg in die Stadt sehen wir links das Meer, rechts große Salz­pfan­nen mit Flamingos.

Enge Gas­sen in Castello

Cagliari besteht aus stei­len engen Gas­sen — eine pul­sie­rende Hafen­stadt vol­ler boden­stän­di­gen Leben. Nach Pasta und Gelato lau­fen wir hin­auf zum Bezirk Cas­tello auf dem Hügel, der die Alt­stadt mar­kiert. Ein monu­men­ta­ler Trep­pen­auf­gang führt hier hin­auf. Schroffe Stein­mau­ern umschlie­ßen die hier ste­hen­den Häu­ser der Aris­to­kra­ten und reli­giö­ser Autoritäten.

Trep­pen­auf­gang zum Castello

Umwer­fende Aus­bli­cke auf die Stadt und das Meer eröff­nen sich von der Platt­form oben. Die mäch­tige Kathe­drale di Santa Maria thront auf einem Platz wo anschei­nend gerade jemand Bedeu­ten­des ver­hei­ra­tet wurde. Viele Men­schen und Film­ka­me­ras befin­den sich vor der Kir­che. Über das römi­sche Amphi­thea­ter gehen wir zurück zum Auto und fah­ren an die West­küste bis nach Por­ti­xeddu, wo wir die Nacht verbringen.

Reste des Amphitheaters